Brandmelder und Rauchmelder

Brandschutz Brandmelder

Der Rauchmelder oder auch Brandmelder genannt ist eine der wichtigsten Brandschutzmaßnahmen. Dieser wird in privaten Wohnungen ebenso wie in öffentlichen Einrichtungen verwendet um eine Rauchentwicklung bzw. einen Brand so früh wie möglich zu bemerken.

Folgende Arten von Brandmelder stehen zur Verfügung:

Rauchmelder

Der Rauchmelder hat eine Messkammer sowie eine Fotolinse. Regelmäßig werden Lichtstrahlen ausgesendet, die nicht auf die Fotolinse treffen. Wenn in die Messkammer Rauch eintritt werden die ausgesendeten Lichtstrahlen durch die Rauchpartikel abgelenkt und treffen somit auf die Fotolinse. Die Fotolinse setzt den Impuls für das Auslösen des Rauchmelde-Alarms.

Funkrauchmelder

Wenn Sie in einem großen Gebäude (Wohnhaus, mehrgeschossige Wohnung) wohnen ist der Funkrauchmelder ideal für Ihr Zuhause. Die Funkrauchmelder sind untereinander verbunden – das bedeutet, dass ein Alarm an alle Melder weitergeleitet wird und das Alarmsignal in allen angeschlossenen Wohneinheiten gehört werden kann.

Wenn zum Beispiel im Keller der Alarm ausgelöst wird und Sie befinden Sich im obersten Geschoss, ertönt auch in diesem Raum das akustische Signal. 

Die Grundfunktion von Funkrauchmeldern unterscheidet sich grundsätzlich nicht von herkömmlichen Rauchmeldern. Im Wesentlichen besteht der Melder im Inneren auch aus einer Rauchkammer mit Lichtsendern und Lichtempfängern. Funkrauchmelder verfügen zusätzlich über ein Funkmodul, welches die Kommunikation zwischen verschiedenen Geräten herstellt. 

Wenn Sie solch einen Rauchmelder in Ihrem Hause möchten haben Sie zwei Gerätetypen zur Auswahl. Einmal den Rauchmelder mit integriertem Funkmodul (Funkrauchmelder) und den Rauchmelder mit optionalem Funkmodul.

Rauchmelder mit optionalem Funkmodul können als Einzel-Rauchmelder genutzt werden. Wenn Sie beispielsweise bald in eine größere Wohnung bzw. Haus ziehen oder Nachwuchs erwarten ist dieser Melder der richtige für Ihr Eigenheim. Denn Sie können jederzeit Ihren Rauchmelder mit einem Funkmodul Nachrüsten. 

Die anschließende “Installation” ist in der Regel sehr einfach und kann in wenigen einfachen Schritten abgeschlossen werden. Bei den meisten Geräten muss das Rauchmelder-Funkmodel nur in die Unterseite des Melders (unter dem Sockel) eingesteckt werden. 

Rauchmelder mit integriertem Funkmodel sind in der Regel etwas günstiger als Modelle mit optionalen Modulen da keine zusätzlichen optionalen Funkmodule gekauft und in den Melder eingebaut werden müssen.

Hitzemelder

Ein Hitzemelder ist ein Brandmelder, der durch starke Wärmeentwicklung ausgelöst wird. Die Raumtemperatur wird durchgehend gemessen – wird der festgelegte Maximalwert überschritten oder steigt die Temperatur innerhalb eines festgelegten Zeitraums überdurchschnittlich an, schlägt der Hitzemelder Alarm. 

Bei diesem Brandmelder kommt ein Messheißleiter und ein Vergleichsheißleiter zum Einsatz, ergänzend dazu wird noch ein Maximumauslöseelement eingebaut. Diese Methode nennt man Thermodifferenzialauswertungsprinzip.

Wo ein Rauchmelder aufgrund technischer Voraussetzungen nicht möglich ist, kommt ein Hitzemelder zum Einsatz. Speziell in Räumen, in denen dauerhaft Staub oder Feuchtigkeit vorhanden ist wird ein Hitzemelder verwendet. Besonders im Bad, in der Küche oder in einem Heizungsraum ist die Montage des Hitzemelders sinnvoll da hier der normale Rauchmelder leicht einen Fehlalarm auslöst. Der Hitzemelder löst, je nach Hersteller, bei einem Temperaturbereich von 55 und 60 Grad Celsius, den Alarm aus. 

Ionisationsrauchmelder

Ionisationsrauchmelder sind Brandmelder, in deren Rauchkammer mithilfe radioaktiver Substanzen ein Ionisationsstrom erzeugt wird. Beim Eintreten von Rauch in die Kammer lagern sich Rauchpartikel an die Luftmoleküle an, der Stromfluss wird durch die Ablagerung vermindert und der Alarm wird ausgelöst. 
 
Die Ionisationsrauchmelder waren lange Zeit für viele Menschen die erste Wahl. Jedoch aufgrund ihres radioaktiven Innenlebens sind Ionisationsrauchmelder in Privaten Haushalten österreich- sowie deutschlandweit gesetzwidrig. In den Industrien wird dieser Brandmelder nur durch strenge Auflagen bewilligt.  
 
Die Ionisationsrauchmelder wurden von photoelektrischen Rauchmelder ersetzt, in denen Infrarot-LEDs zur Feststellung von Rauchpartikeln eingesetzt werden. In Angloamerika und in Australien sind wiederum Ionisationsrauchmelder weiterhin großflächig im Einsatz und dürfen sogar in der Regel im Hausmüll beseitigt werden. 

Brandmeldeanlage

Wenn eine Brandmeldeanlage abgekürzt BMA einen Vorfall von einer der verschiedenen Brandmelder bemerkt, wertet er diese aus und reagiert entsprechend darauf. Bei entsprechenden Ereignissen erfolgt die Alarmierung der Feuerwehr und die Auslösung der eingebauten Feuerlöschanlagen
 
Besonders in gefährdeten Bauwerken wie Schulen, Universitäten, Flughäfen, Bahnhöfen, Fabrikhallen, Firmengebäuden, Altenwohnheimen oder Krankenhäuser werden Brandmeldeanlagen installiert. 

Vorteil

Auch in Abwesenheit von Personen wird ein Brand dank der Meldeanlage frühestmöglich erkannt und die Feuerwehr kann somit die Alternative des Auftretens von Flammen in der Entstehungsphase noch löschen.

Nachteile

Es besteht die Alternative des Auftretens von Fehlalarmen diese werden entweder durch Falschauswertungen der automatischen Brandmelder ausgelöst oder durch böswillige Einwirkung der Druckknopfmelder.

Wartung und Instandhaltung der Brandmeldeanlage

Bei der jährlichen Wartung der Brandmeldeanlage müssen folgende Punkte geprüft werden:

  • Sichtprüfung der gesamten Anlage 
  • Aller Melder
  • Prüfung der korrekten Anzeige an der Feuerwehrzentrale
  • Funktionstest der Alarmierungseinrichtung und der Brandfallsteuerungen
  • Die Kontrolle der Störungserkennung und -weiterleitung
  • Überprüfung der Sicherheitsstromversorgung
 
Die Akkumulatoren (wiederaufladbare Batterie) müssen jede vier Jahre ausgetauscht werden. 
 
Die Inspektionen bei einer Brandmeldeanlage sind mindestens viermal jährlich in ungefähr gleichen Zeitabständen durchzuführen. Hierbei geht es vor allem darum, Verschmutzungen oder Beschädigungen von Brandmeldekomponenten festzustellen und zu prüfen ob sich die Umgebungsbedingungen zum Beispiel durch Umbau oder eine andere Nutzung geändert haben.
 
Rauchmelder für Gehörlose
Wenn bei einem Rauchmelder der Alarm ausgelöst wird fängt das Gerät an zu piepsen, und zwar lauter als 85 Dezibel. Solch einen Ton überhört keiner, die einzige Ausnahme ist bei hörgeschädigten und gehörlosen Menschen. Für Gehörlose gibt es extra Ausführungen bei dem der Rauchmelder ein Lichtblitz aussendet. Hinzukommend haben einige Modelle auch ein Vibrationskissen das in/unter das Bettzeug des Schlafenden gelegt wird und im Alarmfall vibriert.

Rauchmelderpflicht

Rauchmelder sind in Österreich in Aufenthaltsräumen gesetzlich verpflichtend ausgenommen in Küchen. In Kärnten hingegen ist seit 01. Juli 2013 der Rauchmelder in sämtlichen Wohnungen verpflichtet

In allen Bundesländern in Deutschland ist der Einbau eines Rauchmelders in Schlafzimmer, Kinderzimmern und Fluren Pflicht. Sachsen ist derzeit die einzige Ausnahme den für Bestandsbauten macht die sächsische Landesordnung bisher keine gesetzlichen (verpflichtenden) Vorgaben. Die Bürger von Berlin und Brandenburg müssen zusätzlich zu den oben genannten Räumen auch in allen anderen Aufenthaltsräumen Rauchmelder anbringen.

Bundesland Pflicht im Neubau seit dem Jahr ...Pflicht im Bestandsbau ab 01.01 ...
Baden-Württhemberg20132015
Bayern20132018
Berlin20172021
Brandenburg20162021
Bremen20102016
Hamburg20062011
Hessen20052015
Mecklenburg-Vorpommern20062010
Niedersachsen20122016
Nordrhein-Westfalen20132017
Rheinland-Pfalz20032012
Saarland20042017
Sachsen2016keine gesetzlichen Vorgaben
Sachsen-Anhalt20092016
Schleswig-Holstein20052011
Thüringen20082019

Achtung!! Da die Rauchmelderpflicht bei einigen Bundesländern schon seit über 10 Jahren besteht, bitte Rauchmelder austauschen.

Ist der Mieter oder der Eigentümer für den Einbau verantwortlich?

In der Regel ist dein Vermieter für den Einbau der Rauchmelder zuständig. Beim Bau eines neuen Hauses ist selbstverständlich der Bauherr für die Montage des Gerätes sorgen.

Bei dieser Regelung gibt es in Deutschland in dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern eine Ausnahme. Hier wurde festgelegt, dass nur der jeweilige Besitzer einer Wohnung für den Rauchmelder aufkommen muss. Ein Besitzer von einer Wohnung ist man ab dem Moment, wo einem der Vermieter den Schlüssel für die Wohnung übergibt. Somit ist der Besitzer der Wohnung für die Montage, die Wartung und gegebenenfalls für den Funktionstestes des Rauchmelders zuständig.

Im Haus bzw. Wohnung rauchen trotz Rauchmelder?

Die meisten Rauchmelder werden durch einen normalen Zigarettenrauch nicht ausgelöst, da die Gefahr eines Fehlalarms hier sehr niedrig ist. Etwas anderes wäre es natürlich, wenn Sie den Zigarettenrauch direkt in den Brandmelder hineinpusten. Wenn Sie viel geraucht wird – zum Beispiel auf Partys – kann der Rauch hingegen einen Fehleralarm beim Rauchmelder auslösen.

Rauchmelder sind allerdings „raucherfreundlich“ und auch wenn diese Jahrelang den Zigarettenrauch ausgesetzt sind, verlieren die Melder dadurch keine Qualität.

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