Kurzüberblick: Die Polizei empfiehlt bei Fenstern vor allem mechanische Sicherungen und – wenn möglich – geprüfte einbruchhemmende Elemente (typisch ab RC2). Für Bestandsfenster rät sie zu geprüften Nachrüstsystemen (z. B. nach DIN 18104) und betont: Entscheidend sind System, fachgerechte Montage und konsequentes Schließen (nicht „nur gekippt“).

  • Grundregel: Ein Fenster ist nur dann „sicher“, wenn Rahmen, Beschlag, Griff und Glas zusammenpassen.
  • Praxisregel: Nachrüsten ja – aber mit geprüften Produkten und fachgerechter Montage.
  • Verhaltensregel: Fenster beim Verlassen schließen und verriegeln (Kippstellung gilt praktisch als „offen“).

Ratgeber

Aktuelle Fakten 2026

ThemaStand 2026 (Polizei-/Präventionspraxis DACH)Konsequenz für Ihre Fenstersicherung
Hauptangriff am FensterHäufiges Vorgehen: Aushebeln am Rahmen/Beschlag, nicht „durchs Glas bohren“.Der wirksamste Hebel sind einbruchhemmende Beschläge (z. B. Pilzkopfzapfen) + passende Verriegelung.
EmpfehlungsstandardPolizeiliche Prävention empfiehlt bei Neu-/Umbau geprüfte einbruchhemmende Fenster, typischerweise ab RC2 (EN 1627).Wenn Sie ohnehin tauschen: RC2 als solide Basis einplanen, statt später aufwendig nachzurüsten.
Nachrüstung im BestandPolizei rät zu Nachrüstsystemen nach DIN 18104 (systemisch, geprüft).Keine „Bastellösung“: Setzen Sie auf geprüfte Nachrüstprodukte und lassen Sie die Eignung des Fensters prüfen.
Griff allein reicht seltenEin abschließbarer Fenstergriff ist sinnvoll, aber ersetzt nicht die einbruchhemmende Verriegelung.Griff + Beschlag + Zusatzsicherung ergeben erst das „Paket“.
Montage entscheidetPolizei betont: Sicherungen wirken nur bei fachgerechter Montage voll.Fachbetrieb/Erfahrung nutzen – besonders bei Schließteilen, Verschraubung, Untergrund.
AlltagsverhaltenEmpfehlungen wiederholen: Fenster geschlossen, nicht gekippt, gerade bei kurzer Abwesenheit.Die beste Technik hilft wenig, wenn Fenster „für Minuten“ offen bleiben.

Was empfiehlt die Polizei bei Fenstern grundsätzlich?

Die Polizeiliche Prävention setzt klar auf mechanische Sicherungen: Einbrecher sollen an Fenstern möglichst früh auf Widerstand treffen. Für Neu- und Umbauten empfiehlt die Polizei geprüfte einbruchhemmende Fenster nach DIN EN 1627 (typisch ab RC2). Für Bestandsfenster empfiehlt sie den Einbau von Nachrüstsystemen nach DIN 18104 – Voraussetzung ist eine widerstandsfähige Grundkonstruktion und eine fachgerechte Montage.

Fenster zusätzlich sichern: Die 6 wirksamsten Maßnahmen (praxisnah)

  1. Einbruchhemmende Beschläge (Pilzkopfzapfen): Das ist meist der wichtigste Schritt gegen Aushebeln. Ideal in Kombination mit geprüften Schließteilen.
  2. Abschließbarer Fenstergriff: Sinnvoll gegen „schnelles Öffnen“ (z. B. bei bestimmten Angriffen auf den Griffbereich). Als Ergänzung, nicht als alleinige Lösung.
  3. Zusatzsicherungen nach DIN 18104: Geprüfte Fensterschlösser, Stangenschlösser oder Zusatzverriegelungen erhöhen den Widerstand deutlich – vor allem bei älteren Fenstern.
  4. Scharnierseitensicherung: Viele Fenster sind auf der Bandseite unterschätzt. Bandseitige Sicherungen erschweren das Aufhebeln zusätzlich.
  5. Einbruchhemmende Verglasung (z. B. VSG je nach System): Je nach Risiko kann Sicherheitsglas sinnvoll sein, damit kein „schneller Durchgriff“ entsteht.
  6. Rollläden/Gitter nur „richtig“: Einbruchhemmende Rollläden wirken nur mit stabilen Führungsschienen und Hochschiebesicherung. Gitter sind wirksam, müssen aber korrekt befestigt und zulässig sein.

So gehen Sie Schritt für Schritt vor (Checkliste)

  1. Gefährdete Fenster identifizieren: Erdgeschoss, Terrassen-/Balkontüren, leicht erreichbare Fenster (Anbauten, Vordächer, Mülltonnen, Leitern).
  2. Fenstertyp prüfen: Material, Zustand, Beschläge, Befestigung im Mauerwerk (wichtig bei älteren Fenstern).
  3. Zielniveau festlegen: Bei Austausch typischerweise RC2; bei Bestand sinnvolle Nachrüstung nach DIN 18104.
  4. Geprüfte Produkte wählen: Keine „Universalware“ ohne Nachweis. Orientierung bieten Polizeihinweise und Herstellerverzeichnisse.
  5. Kombi statt Einzelmaßnahme: Mindestens Beschlag + Griff + ggf. Zusatzsicherung, abgestimmt auf Ihr Fenster.
  6. Montage professionell umsetzen: Besonders Schließteile/Verschraubung/Untergrund sind entscheidend.
  7. Alltag regeln: Fenster nicht kippen bei Abwesenheit, keine „kurz nur zum Bäcker“-Ausnahmen.
  8. Doku & Übergabe: Rechnung/Produktdaten, Montageprotokoll, Fotos und Bedienhinweise (wichtig für Vermieter, Versicherung, spätere Wartung).

Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden

  • Nur Griff tauschen: Ein abschließbarer Griff ohne einbruchhemmenden Beschlag ist oft zu wenig.
  • Billige Zusatzriegel ohne Prüfung: Ungeprüfte Produkte können eine Scheinsicherheit erzeugen und schlecht montiert sogar schwächen.
  • Rollläden als „Beweis“: Ohne stabile Führungsschienen und Hochschiebesicherung sind sie häufig überwindbar.
  • Fenster kippen: Gekippte Fenster gelten praktisch als offene Fenster – und sind ein Einladungseffekt.
  • Nachrüstung ohne Eignungscheck: Manche alte Fensterkonstruktionen sind nur begrenzt nachrüstbar – dann ist Austausch die bessere Lösung.

Kosten & Aufwand: grobe Orientierung

Die Kosten hängen stark von Fenstertyp, Zugänglichkeit und gewünschtem Sicherheitsniveau ab. Als grobe Orientierung (ohne Gewähr):

  • Abschließbarer Fenstergriff: oft niedriger zweistelliger bis niedriger dreistelliger Betrag pro Fenster (inkl. Montage je nach Aufwand).
  • Geprüfte Nachrüst-Zusatzsicherung: häufig mittlerer zweistelliger bis mittlerer dreistelliger Betrag pro Fenster plus Montage.
  • Fenster mit RC2 (Austausch): je nach Größe/Material/Einbau deutlich höher; lohnt sich besonders, wenn ohnehin saniert wird.

Spartipp ohne Sicherheitsverlust: Bündeln Sie Maßnahmen (z. B. alle Erdgeschossfenster in einem Termin) und setzen Sie auf ein durchgängiges Konzept statt „hier und da“ Einzelteile.

Praxisbeispiele

  1. Erdgeschosswohnung mit Terrassentür: Nachrüstung mit geprüfter Zusatzverriegelung nach DIN 18104, abschließbarem Griff, bandseitiger Sicherung. Ergebnis: deutlich höherer Widerstand gegen Aushebeln.
  2. Altbau mit älteren Holzfenstern: Fachbetrieb prüft Grundkonstruktion, ersetzt Beschläge durch einbruchhemmende Variante, ergänzt Zusatzsicherungen. Ergebnis: Bestand bleibt nutzbar, Risiko sinkt spürbar.
  3. Einfamilienhaus mit Rollläden: Rollläden werden mit stabilen Führungsschienen und Hochschiebesicherung ergänzt; zusätzlich werden die eigentlichen Fenster mechanisch nachgerüstet. Ergebnis: Rollladen ist Ergänzung, nicht alleinige Barriere.

Expert:innen-Positionen aus Polizei und Präventionsstellen

  • Polizeiliche Kriminalprävention (DE): empfiehlt die mechanische Sicherung aller Fenster und Türen und nennt für Neu-/Umbau geprüfte einbruchhemmende Elemente nach DIN EN 1627 typischerweise ab RC2.
  • Polizeiliche Kriminalprävention (DE): empfiehlt bei Bestandsobjekten Nachrüstsysteme nach DIN 18104 Teil 1 und 2 und betont die Bedeutung der fachgerechten Montage.
  • oesterreich.gv.at (AT): empfiehlt u. a. Fenster und Terrassentüren geschlossen zu halten, sowie bei erreichbaren Fenstern abschließbare Fenstergriffe und einbruchhemmende Elemente (z. B. Pilzkopf-Beschläge) – immer als abgestimmtes Gesamtsystem.
  • Bundeskriminalamt (AT): betont, dass Sicherheitsfenster/-türen und Zusatzsicherungen Widerstand bieten und Fenster bei Abwesenheit geschlossen (nicht gekippt) sein sollen.
  • Schweizerische Kriminalprävention / Sicheres Wohnen Schweiz (CH): propagiert ein Drei-Säulen-Prinzip (Verhalten, baulich-mechanisch, elektronisch) und weist darauf hin, dass Kombinationen von Maßnahmen Einbrecher wegen Zeit, Lärm und Aufwand eher zum Abbruch bringen.

FAQ

Reicht ein abschließbarer Fenstergriff als Einbruchschutz?

Er ist eine gute Ergänzung, ersetzt aber selten die wichtigste Maßnahme gegen Aushebeln: einbruchhemmende Beschläge und ggf. geprüfte Zusatzsicherungen. Sinnvoll ist das Kombi-Paket aus Beschlag, Griff und Nachrüsttechnik.

Welche Widerstandsklasse empfiehlt die Polizei bei neuen Fenstern?

Die Polizei nennt für Neu- und Umbauten geprüfte einbruchhemmende Fenster nach DIN EN 1627 typischerweise ab RC2 als guten Einstieg in einen wirksamen Schutz.

Was bedeutet „Nachrüstung nach DIN 18104“ konkret?

Damit sind geprüfte Nachrüstprodukte gemeint, etwa Zusatzverriegelungen oder Fenstersicherungen, die nach den Vorgaben dieser Normenreihe geprüft sind. Wichtig bleibt: Das Fenster muss dafür geeignet sein und die Montage muss fachgerecht erfolgen.

Was ist der häufigste Fehler bei Fenstern?

Fenster in Kippstellung bei Abwesenheit. Zusätzlich werden Nachrüstprodukte oft falsch montiert oder ohne abgestimmtes Gesamtkonzept eingesetzt (z. B. Griff ohne Beschlag-Upgrade).

Hilft Sicherheitsglas allein?

Es kann ein wichtiger Baustein sein, vor allem gegen Durchgriff oder Einschlagen. In der Praxis ist aber meist die Verriegelung gegen Aushebeln der entscheidende Punkt. Am besten wirkt die Kombination.

Sind Rollläden eine sichere Lösung?

Einbruchhemmende Rollläden können helfen, aber nur, wenn sie stabil geführt und gegen Hochschieben gesichert sind. Als alleinige Maßnahme sind sie häufig nicht ausreichend.

Kann ich Fenstersicherungen selbst montieren?

Einige einfache Maßnahmen sind DIY-tauglich, die Polizei betont aber, dass Sicherungen ihre Wirkung nur bei fachgerechter Montage voll entfalten. Gerade bei geprüften Nachrüstsystemen ist der Fachbetrieb oft die bessere Wahl.

Welche Fenster sollte ich zuerst sichern?

Alles, was leicht erreichbar ist: Erdgeschoss, Terrassen-/Balkontüren, Fenster neben Anbauten, Kellerfenster sowie Fenster, die man über Zäune, Carports oder Mülltonnen erreichen kann.

Was soll ich dokumentieren?

Produktdaten, Rechnungen, Montageprotokoll (wenn vorhanden) und Fotos. Das hilft bei späteren Anpassungen, bei Vermietung/Übergabe und im Versicherungsfall.

Gibt es kostenlose Beratung durch die Polizei?

In vielen Regionen ja. Polizeiliche Präventionsstellen bieten Beratung an und verweisen auf geeignete, geprüfte Sicherungstechnik und Fachbetriebe.

Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle Sicherheits- oder Fachberatung. Maßgeblich sind die baulichen Gegebenheiten, Miet-/Eigentumsverhältnisse und die fachgerechte Umsetzung mit geeigneten, geprüften Produkten.

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Welche Fenstersicherung empfiehlt die Polizei? Fenster zusätzlich gegen Einbruch sichern

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